Auftakt der Fachkraftweiterbildung 2026

Auftakt der Fachkraftweiterbildung 2026

Unser erstes Präsenzmodul: Drei Tage voller Begegnungen, Kreativität und neuer Perspektiven

Am vergangenen Wochenende ist unsere Weiterbildung zur Fachkraft für den Einsatz von Bauernhoftieren in Therapie und Pädagogik in ihr erstes Präsenzmodul gestartet. Gemeinsam mit engagierten Teilnehmerinnen durften wir drei intensive Tage erleben, die fachlichen Input, Selbsterfahrung und praktische Einblicke auf besondere Weise verbunden haben.

Theorie als starkes Fundament

Die ersten beiden Tage wurden von Dr. Rainer Wohlfarth gestaltet. In klarer, wissenschaftlich fundierter Weise führte er die Teilnehmerinnen in die Grundlagen tiergestützter Intervention ein.

🌿Was verstehen wir unter tiergestützter Arbeit?
🌿Welche Wirkmechanismen liegen der Mensch-Tier-Beziehung zugrunde?
🌿Welche ethischen und fachlichen Leitlinien sind unverzichtbar?

Neben historischen Entwicklungen standen vor allem aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse im Mittelpunkt. Schnell wurde deutlich: Tiergestützte Intervention ist weit mehr als „Arbeiten mit Tieren“ – sie braucht Wissen, Reflexion und Professionalität. Dieses Fundament trägt die gesamte Weiterbildung.

Lernen mitten im Leben – auf dem Hof

Doch Theorie allein reicht nicht aus, um das Herz zu berühren und Menschen zu bewegen. Deshalb wurde der Hof selbst zum Seminarraum. Unter der Begleitung von Christine Hamester ging es hinaus zwischen Stall, Weide und Natur. Mit kreativen Methoden, praxisnahen Aufgaben und intensiven Reflexionsphasen erlebten die Teilnehmerinnen, wie tiergestützte Arbeit gestaltet werden kann – so, dass sie Menschen stärkt und berührt. Bewegung, Austausch, gemeinsames Lachen und Nachdenken machten erfahrbar, was später in der eigenen Praxis weitergetragen werden soll.

Ankommen – bei Menschen, Tieren und unserer Haltung

Ein wesentlicher Bestandteil des ersten Moduls war auch das gegenseitige Kennenlernen. Die Teilnehmerinnen erhielten Einblick in unsere Haltung und Arbeitsweise und erkundeten bei einem gemeinsamen Hofrundgang das Gelände.

Stallungen, Weiden und Arbeitsbereiche wurden ebenso einbezogen wie die Begegnungen mit unseren Tieren – Begegnungen, die von Anfang an spürbar machten, worum es in unserer Arbeit geht. Unsere Weiterbildung findet nicht nur im Seminarraum statt, sondern im lebendigen Zusammenspiel von Mensch, Tier und Natur. Der Hof ist Erfahrungsraum, die Tiere sind Beziehungspartner im Lernprozess. Sie ermöglichen echte Begegnung – und genau darin liegt die besondere Qualität dieser Lernumgebung.

Hier verbindet sich wissenschaftlich fundiertes Wissen mit lebendiger Praxis. Kopf, Herz und Hand greifen ineinander.

Wie geht es weiter?

Wer mehr über Inhalte, Aufbau und Haltung unserer Weiterbildung erfahren möchte, ist herzlich eingeladen zu unserem:

📅 Infotag am 09. Mai 2026

Dort geben wir Einblicke, beantworten Fragen und schaffen Raum für persönliche Begegnung. Alle Infos findest du hier: 

Jetzt anmelden zur Weiterbildung für 2027

Und wer bereits spürt, dass die Arbeit mit Tieren und Menschen mehr sein könnte als nur ein Interesse, sondern eine echte Berufung, kann sich schon jetzt einen Platz für den Ausbildungsstart 2027 sichern.

Ankommen – Verbinden – Wachsen 💛

Wir freuen uns auf alle, die diesen Weg mit uns gehen möchten – mit Fachlichkeit, Herz und einem starken Fundament.

Winterzeit auf dem Bauernhof

Winterzeit auf dem Bauernhof

Nähe, Beziehung und lebendiger Alltag im Stall

Viele Menschen verbinden den Winter auf dem Bauernhof mit Kälte, Rückzug und Stillstand. Und tatsächlich zeigt sich diese Jahreszeit draußen oft von ihrer rauen Seite: matschige Wege, gefrorene Böden, kalte Finger.

Und doch ist der Winter für uns eine ganz besondere Zeit – gerade für die tiergestützte Arbeit. Denn wenn wir die Tiere in den Stall holen, verändert sich etwas Grundlegendes. Die Füße werden warm, die Geräusche leiser, die Bewegungen langsamer. Die Tiere kommen zur Ruhe, und auch wir Menschen werden stiller. Es entsteht eine Atmosphäre von Geborgenheit, Nähe und Verlässlichkeit – eine Qualität, die im Alltag oft verloren geht.

Warum der Winter für die tiergestützte Arbeit so wertvoll ist

Im Winter verbringen wir deutlich mehr Zeit im Stall als auf den Weiden. Diese Zeit ist nicht „weniger aktiv“, sondern anders aktiv. Sie schenkt Raum für Beziehung.

Die Tiere sind weniger abgelenkt, präsenter und ansprechbarer. Begegnungen werden intensiver, Berührungen bewusster. Gerade für Menschen, die Halt, Orientierung oder Ruhe suchen, bietet diese Jahreszeit eine wunderbare Grundlage.
Beziehungsaufbau ist das Herzstück jeder tiergestützten Intervention. Und im Winter zeigt sich besonders deutlich, wie tragfähig Beziehungen werden können, wenn sie auf Achtsamkeit, Wiederholung und gemeinsamem Tun beruhen.

Was wir im Winter konkret mit und für die Tiere tun

Oft werde ich gefragt: „Was macht ihr denn eigentlich im Winter auf dem Bauernhof?“
Die Antwort lautet: eine ganze Menge – und vieles davon ist besonders wertvoll.

Gemeinsame Versorgung und Pflege

Im Winter fällt mehr Versorgungsarbeit an – und genau hier können unsere Besucher*innen aktiv eingebunden sein. Gemeinsam bereiten wir Futter vor, füttern die Tiere und lernen dabei ihre individuellen Vorlieben kennen. Wir misten Ställe, bürsten Felle, kontrollieren Hufe, putzen Tränken. Diese Tätigkeiten schaffen Nähe, Vertrauen und das Gefühl, gebraucht zu werden. Sie sind sinnstiftend, klar strukturiert und geben Halt.

Zeit im Stall – ohne Eile

Der Stall wird im Winter zum Begegnungsraum. Es ist Zeit da, um bei den Tieren zu sitzen, sie zu beobachten, zu streicheln oder einfach gemeinsam still zu sein. Gerade diese stillen Momente wirken oft besonders tief – für Menschen ebenso wie für Tiere.

Bewegung und Beschäftigung

Natürlich kommt auch die Bewegung nicht zu kurz. Mit den Eseln unternehmen wir ausgedehnte Spaziergänge, angepasst an Wetter und Möglichkeiten. Für die Ziegen gestalten wir kleine Kletter- und Entdeckungsangebote im Stall.
Für die Schweine wird jede Fütterung zum Abenteuer: Nüsse, Eicheln, Kastanien oder Hagebutten verstecken wir unter Heu, Zweigen oder Wurzeln. So bleiben sie aktiv, neugierig und geistig gefordert – und unsere Besucher*innen erleben spielerisch, wie Tierwohl im Alltag aussieht.

Winter heißt nicht Rückzug – sondern Beziehung

Der Winter auf dem Bauernhof ist keine Pause, sondern eine Einladung: langsamer zu werden, genauer hinzusehen, Beziehungen zu vertiefen. Für viele Menschen entsteht gerade in dieser Jahreszeit ein Gefühl von Geborgenheit und Sinn. Sie erleben sich als Teil eines lebendigen Hofalltags, übernehmen Verantwortung und erfahren Nähe – zu den Tieren, zur Natur und zu sich selbst.

Ja, man kann uns auch im Winter besuchen. Und gerade dann wird besonders deutlich, wie viel Wärme, Kraft und Leben im Stall erlebbar werden.

Lust auf mehr Einblicke?

Wenn du unseren Winteralltag auf dem Bauernhof weiter begleiten möchtest, lade ich dich herzlich ein, uns auf Instagram zu folgen. Dort teile ich regelmäßig kleine Einblicke aus dem Stall, von den Tieren und aus meiner tiergestützten Arbeit – ehrlich, nah und mitten aus dem Hofleben.

Und wenn du in einer Einrichtung arbeitest oder Menschen begleitest, die von tiergestützter Arbeit profitieren könnten, freue ich mich über deine Kontaktaufnahme. Gerne stelle ich unsere Arbeit vor oder lade euch ein, den Bauernhof und die Tiere persönlich kennenzulernen – auch und gerade in der Winterzeit.

Ich freue mich auf neue Begegnungen.💛

Andrea Göhring

Weihnachten für unsere Bauernhoftiere

Weihnachten für unsere Bauernhoftiere

Eine Adventszeit voller Herzensmomente

Wenn der Winter auf unseren Hof Einzug hält und die ersten Adventsvorbereitungen beginnen, kehrt eine besondere Ruhe und Vorfreude ein. In dieser Zeit rückt für uns nicht nur das Miteinander der Menschen in den Mittelpunkt, sondern auch das Wohlergehen unserer Tiere – denn die Adventszeit wird bei uns für alle zu etwas ganz Besonderem.

Adventszeit in der tiergestützten Arbeit

In den vergangenen Wochen haben die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die uns im Rahmen der tiergestützten Arbeit besuchen, viele berührende Projekte vorbereitet. Mit Geduld, Freude und einer großen Portion Tierliebe sind Dinge entstanden, die man nicht kaufen kann – sondern erleben muss.

Adventskalender und tierische Adventskränze

Jeder Besuch brachte neue kleine Schätze hervor: Nüsse, Apfelringe, Hagebutten, Maiskolben, getrocknete Kräuter oder Körner. Viele Materialien wurden bereits im Sommer und Herbst gesammelt, getrocknet und für die Adventszeit vorbereitet.

Daraus entstanden sowohl unser tierischer Adventskalender als auch wunderschöne Adventskränze – liebevoll gebunden und mit essbaren „Kerzen“ aus Äpfeln, Karotten oder Maiskolben geschmückt.

Der Adventskalender wurde gefüllt mit
🌰 Hasel- und Walnüssen, Eicheln und Kastanien für unsere Schweine Wilma und Betty,
🍏 Apfelringen und Karottensticks für unsere Kühe Paula und Luna,
🌹 Hagebutten und Kräutern für unsere Ziegen und unsere Esel
🌻 sowie Haferflocken, Mais- und Sonnenblumenkörnern für unsere Schafe.

Ein echtes „Jahreszeitenprojekt“, das zeigt, wie viel Freude im bewussten Erleben liegt.

Nikolaus zu Besuch am Hof

Am 5. Dezember 2025 besuchte uns der Nikolaus – mit kleinen Überraschungen für Kinder und Tiere. Er lobte die Kinder für ihr großes Herz und bedankte sich bei den Tieren für ihre liebevolle Begleitung in der tiergestützten Arbeit. Ein Moment voller Achtsamkeit und Wertschätzung. 

Weihnachtsbaum für die Tiere

Mit dem Traktor-Taxi ging es gemeinsam in den Wald, um einen Tannenbaum zu holen. Zurück am Hof wurde er geschmückt – mit Apfelkugeln, Karottenkerzen, Popcorn-Lametta und kleinen Zwieback-Ausstecherle. Ein Erlebnis, das alle verbindet: Die Menschen schenken Freude, und die Tiere bekommen ein kleines Weihnachtsbuffet. 

Plätzchen für Mensch und Tier

Natürlich wurde auch gebacken: traditionelle Plätzchen für die Kinder und einfache, gesunde „Tierplätzchen“ für unsere tierischen Helfer.

Warum wir das tun – Die Wirkung hinter dem Erlebnis

Viele der Menschen, die uns besuchen, leben mit körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen. Unsere Bauernhoftiere ermöglichen ihnen etwas, das Worte allein nicht erreichen: Vertrauen, Nähe, Erfolgserlebnisse und Freude am Tun.

Unsere Adventsprojekte sind weit mehr als Bastelarbeiten oder Beschäftigung. Sie sind Erfahrungen, die das Selbstwertgefühl stärken, soziale Kompetenz fördern und echte Verbundenheit schaffen – zwischen Menschen und Tieren, aber auch zwischen den Menschen untereinander.

Ein besonderer Dank 💛

Mit diesem Blogartikel verabschieden wir uns aus einem intensiven, erfüllten Jahr voller Herzensmomente. Unsere tiergestützte Arbeit wäre ohne die vielen Menschen, die uns unterstützen, nicht möglich. Danke an alle, die uns ihre Zeit schenken, uns besuchen, die unsere Tiere wertschätzen und unsere Arbeit begleiten und weiterempfehlen.

Ausblick auf 2026 – Gemeinsam weitergehen

Auch im kommenden Jahr möchten wir wieder viele „tierisch schöne“ Augenblicke für Menschen mit Behinderung möglich machen. Wir wollen bestehende Projekte vertiefen, neue Ideen verwirklichen und weiterhin einen Ort gestalten, an dem Mensch und Tier sich auf besondere Weise begegnen können. Wir freuen uns, wenn Sie dabei sind.

Wir fühlen uns hier sauwohl: Wie tiergestützte Arbeit mit Schweinen Kinder begeistert

Wir fühlen uns hier sauwohl: Wie tiergestützte Arbeit mit Schweinen Kinder begeistert

Ein Projekt voller Entdeckungen, Bewegung und tierischer Freude

Von den Sommer- bis zu den Herbstferien durften die Kinder des Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums (SBBZ) der Lassbergschule Sigmaringen ein besonderes tiergestütztes Projekt erleben: „Wir fühlen uns hier sauwohl“. Im Mittelpunkt standen unsere beiden Schweine Wilma und Betty, die den Kindern auf spielerische Weise Schweineverhalten, Naturwissen und motorische Fähigkeiten näherbrachten.

Auf Spurensuche im Wald und auf dem Feld

Die Kinder begannen mit der spannenden Frage: Woher kommen unsere Hausschweine eigentlich, von wem stammen sie ab und wie leben sie? Mit unserem „Traktortaxi“ ging es hinaus in die Natur. Im Wald suchten wir nach Wildschweinspuren, beobachteten, wo Schweine tagsüber suhlen, wühlen und sich verstecken, und sammelten Pilze, Eicheln, Buchegger sowie Zweige und Wurzeln. Gemeinsam probierten wir aus, welche Leckereien auch unseren Schweinen schmecken – ein spannendes, interaktives Erlebnis für Kinder und Schweine gleichermaßen.

In den nächsten Terminen folgte die Spurensuche im Maisfeld, auf Rübenfeldern, unter Apfel- und Nussbäumen. Wir ernteten Futter und bereiteten es für Wilma und Betty als aktive Such- und Beschäftigungsaufgabe vor. Unter Laub, Gras, Ästen und Heu mussten die Schweine ihre Rüsselscheibe einsetzen – ein faszinierendes Sinnesorgan, mit dem sie fühlen, riechen, wühlen und entdecken.

 

Tiergestützte Förderung und Lernspaß

Die Kinder erlebten hautnah, wie intelligent, neugierig und feinfühlig Schweine sind. Dabei konnten sie Vorurteile gegenüber Schweinen abbauen und lernen, Schweine zu mögen. Jede Interaktion war zugleich spielerische Förderung: Die Kinder trainierten Gleichgewicht, Motorik und Hand-Augen-Koordination, während sie das Futter vorbereiteten und für die Schweine versteckten. Die Schweine profitieren ebenfalls von dieser tiergestützten Arbeit: Sie erhielten Beschäftigung, geistige Anregung und Nähe zu Menschen – ein echter Gewinn für alle Beteiligten.

Fazit: Lernen, Bewegung und Tierliebe in einem

„Wir fühlen uns hier sauwohl“ zeigt eindrucksvoll, wie tiergestützte Pädagogik mit Schweinen funktionieren kann: Kinder erleben Natur, Tiere und sich selbst auf eine spannende, interaktive Weise. Sie entwickeln Empathie, Wissen und motorische Fähigkeiten, während die Schweine liebevolle Beschäftigung und Aufmerksamkeit genießen. 

Dieses Projekt ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass pädagogische Arbeit mit Schweinen nicht nur Spaß macht, sondern auch Herz und Verstand der Kinder fördert – und allen Beteiligten ein echtes Gefühl von Wohlbefinden schenkt. 🐷💛

Du möchtest tiergestützt arbeiten?

Damit tiergestützte Arbeit für alle Beteiligten sicher und sinnvoll ist, braucht es Fachwissen und Respekt für die Bedürfnisse von Mensch und Tier.

Unsere berufsbegleitende Weiterbildung ist genau darauf ausgerichtet, dir dieses umfangreiche Wissen und die praktische Erfahrung zu vermitteln. Sie unterstützt dich dabei, deinen eigenen Weg in der tiergestützten Arbeit zu finden und ein individuelles, wirkungsvolles Konzept mit Bauernhoftieren zu entwickeln – passend zu deinen Stärken und Zielen.

Da lachen ja die Hühner – Herzensprojekt für den Byodo Förderpreis nominiert

Da lachen ja die Hühner – Herzensprojekt für den Byodo Förderpreis nominiert

Unser Herzensprojekt „Glückliche Hühner, gesunde Eier und begeisterte Kids“ wurde von der Byodo Jury unter die 28 besten Projekte Deutschlands gewählt. 🎉 Darüber freuen wir uns riesig – und jetzt zählt eure Unterstützung, damit wir gemeinsam noch mehr bewegen können! Bis zum 1. Dezember 2025 läuft das öffentliche Voting.

🐔 Da lachen ja die Hühner – Glückliche Hühner, gesunde Eier und begeisterte Kids

Unser Herzensprojekt ist für den Byodo Förderpreis nominiert 💚 – Jetzt für uns abstimmen!

Große Freude auf unserem Bioland-Bauernhof:
Unser Projekt „Da lachen ja die Hühner – glückliche Hühner, gesunde Eier und begeisterte Kids“ vom Förderverein Bauernhoftiere bewegen Menschen e.V.  wurde von der Byodo Jury unter die 28 besten Projekte Deutschlands gewählt! 🎉

Nun heißt es: Abstimmen und Daumen drücken!
Denn beim Byodo Förderpreis 2025 werden gleich drei Projekte ausgezeichnet – und mit deiner Stimme können wir einer der Preisträger werden. 🙌

👉 Deine Stimme macht den Unterschied! Damit hilfst du uns, Kindern mit Beeinträchtigung ein unvergessliches Lernfeld in der Natur zu schenken!

👉 Abstimmung für den Förderverein Bauernhoftiere bewegen Menschen e.V. noch
bis zum 1. Dezember 2025:

🐣 Ein Projekt, das bewegt – Kinder, Tiere und Herzen

Gemeinsam mit der Lassbergschule Sigmaringen – einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) mit dem Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung – schenken wir Kindern mit Beeinträchtigung wertvolle Naturerfahrungen.

Auf unserem Biolandhof erleben sie hautnah:
• wie Hühner leben, fressen und sich wohlfühlen 🐔
• was Tierwohl und ökologische Haltung bedeuten 🌿
• und dass sie selbst etwas bewirken können 💪

Im Jahresverlauf kümmern sich die Kinder um Futter, bauen Sandbäder, ziehen junge Bio-Hühner auf, ernten Getreide und backen aus frischen Bio-Eiern gemeinsam Pfannkuchen und andere leckere Eiergerichte. So werden Lernen, Bewegung und Lebensfreude zu einer Einheit.

Lernen mit Herz, Hand und Verantwortung

Unser Ansatz ist tiergestützte Pädagogik in Reinform:
Die Kinder werden nicht beschäftigt – sie handeln selbst und übernehmen Verantwortung.
Sie lernen mit allen Sinnen, erfahren Selbstwirksamkeit und stärken Motorik, Wahrnehmung, Empathie und Selbstvertrauen.

Durch die Begegnung mit Tieren wächst auch das Bewusstsein für Nachhaltigkeit, Ernährung und Umwelt – bei Kindern, Eltern und Lehrkräften gleichermaßen.

💚 Deine Stimme macht den Unterschied

Damit unser inklusives Lernprojekt weiterwachsen kann, brauchen wir deine Unterstützung im Byodo Förderpreis-Voting:

  1. Besuche byodo.de
  2. Wähle unser Projekt: „Förderverein Bauernhoftiere bewegen Menschen e.V.“
  3. Gib deine E-Mail-Adresse ein und bestätige die Stimme

🕊️ Jede Stimme schenkt Kindern mit Beeinträchtigung echte Naturerfahrungen – und unseren Hühnern ein glückliches Leben.

 

💚 Wir sagen Danke!

Förderverein „Bauernhoftiere bewegen Menschen e.V.“
mit den Kindern und Lehrer*innen der Lassbergschule Sigmaringen

💛 Wo Kinder lachen, lachen auch die Hühner.

 

Ziegen als Co-Therapeuten: So läuft die Ausbildung der Zicklein

Ziegen als Co-Therapeuten: So läuft die Ausbildung der Zicklein

Einblicke in die Ausbildung unserer Bauernhoftiere für die tiergestützte Intervention

In dieser kleinen Serie nehme ich dich mit hinter die Kulissen: Du erfährst Schritt für Schritt, wie wir unsere jungen Ziegen liebevoll und fachlich fundiert auf ihre späteren Einsätze in der tiergestützten Intervention vorbereiten. Und auf welche Grundsätze wir dabei besonders achten!

Teil 1: Sozialisation – Vertrauen entsteht in den ersten Tagen

„Zähmen bedeutet: sich vertraut machen …

Du wirst für mich einzig sein in der Welt.
Ich werde für dich einzig sein in der Welt
.“


– Antoine de Saint-Exupéry, Der kleine Prinz

Ziegennachwuchs auf dem Hof 🐐

Anfang Juni haben unsere Zwergziegen Toffy, Josy und Gipsy uns reichlich mit Nachwuchs beschenkt. Toffy und Gipsy waren am Tag der Geburt schon morgens ganz aufgeregt und zuwendungsbedürftig und blieben lieber im sicheren Stall. Dank vieler Kontrollgänge konnten wir die Geburten live miterleben – immer wieder ein Wunder!

Ganz anders Josy: Sie ließ sich gar nichts anmerken und war voller Elan mit den Schafen auf der Weide unterwegs. Als wir sie abends in den Stall holen wollten, hatte sie ganz selbstständig Zwillinge geboren.

Jetzt haben wir fünf süße Zicklein in der Ausbildung zum zukünftigen Co-Therapeuten.🧡

Sozialisation: Beziehungspflege von Anfang an

Die Grundausbildung der Bauernhoftiere beginnt mit einer fachgerechten Sozialisation. Darunter versteht man die Bindung der Jungtiere an ihre Hauptbezugspersonen. Auf unserem Hof übernehmen das mein Sohn Josua und ich. Das heißt für uns:

Viel Zeit im Stall einplanen und eine vertrauensvolle Mensch-Ziege-Beziehung aufbauen.

In den ersten Lebenstagen geht es ruhig und achtsam zu. Danach dürfen die Jungtiere Menschen verschiedenen Alters kennenlernen. Wir laden Nachbarkinder ein und treffen uns mit Freund*innen im Stall. Die Tierkinder dürfen dabei liebevoll berührt und gestreichelt werden. So lernen sie ganz nebenbei: Menschen riechen unterschiedlich, berühren unterschiedlich, bewegen sich unterschiedlich – und all das gehört dazu.

Warum wir auf das Hochnehmen verzichten

Anders als bei vielen anderen Jungtieren vermeiden wir es, die Zicklein zu halten oder auf den Schoß zu nehmen. Warum? Weil wir nicht wollen, dass sie später an Menschen hochklettern – ein Verhalten, das insbesondere Kindern mit Handicap Angst machen kann.

Deshalb beobachten wir genau, wo und wie Nähe entstehen darf – ohne Aufdringlichkeit.

Nach etwa zwei Wochen beginnen wir, die Jungtiere gezielt mit ungewohnten Situationen zu konfrontieren: Lärm, plötzliche Bewegungen, ein lauter Freudenschrei. So können sie lernen, auch dann gelassen zu bleiben, wenn ein Kind sich unvorhersehbar verhält.

Artgerechte Ausbildung bedeutet mehr als Menschenkontakt

(Und warum wir keine Flaschenaufzuchten ausbilden)

Ein zentraler Grundsatz bei der tiergestützten Arbeit mit Bauernhoftieren ist für uns: Artgerechte Ausbildung statt Flaschenaufzucht. Wir streben eine Doppelbindung an – das heißt, die Tiere sollen sowohl Bindung zum Sozialpartner Menschen als auch zu ihren Artgenossen aufbauen können.

Denn nur in ihrer Herde lernen die Zicklein, was es heißt, Ziege zu sein: Wie man sich behauptet, wie man Rücksicht nimmt, wie man Konflikte löst. Denn Sozialkompetenz ist nicht nur bei uns Menschen gefragt – sondern auch in der Ziegenherde.

So werden die Bedürfnisse unserer Zicklein geachtet und es entsteht ein starkes Fundament für ein glückliches Ziegenleben sowie die tiergestützte Arbeit.

Teil 2: Habituation – Ziegen lernen den Therapiealltag kennen

Nun sind unsere fünf Zicklein schon über vierzehn Tage alt und es macht viel Freude, ihnen beim Wachsen zuzusehen! 🧡 

Sie haben schon ganz viele unterschiedliche Menschen kennenlernen dürfen und täglich vergrößern sie ihren Radius im Stall und auf der Weide. Nichts ist vor ihnen sicher. Alles wird erkundet. Sie erklimmen jeden Baumstamm und jeden Gegenstand. Gerne klettern sie auch auf ihren Müttern herum. Besonders Böcklein Theo würde das auch gerne bei mir – seiner menschlichen Vertrauensperson – machen. Doch das kann ich nicht erlauben. Denn spätestens, wenn er groß und stark ist, darf er ja nicht auf den Kindern herumturnen oder auf einen Rollstuhl springen. Das üben wir jetzt ganz behutsam.

Rangordnung und Grenzen: Ziegenkinder brauchen klare Regeln

Schon jetzt geht es unter den Ziegenjungs etwas ruppig zu. Sie schieben sich gegenseitig weg und stoßen mit den Köpfen zusammen, um herauszufinden, wer der Stärkste ist. Zwischen Mensch und Tier sind solche „Machtkämpfe“ jedoch auf keinen Fall erwünscht.

✅ Daher leiten wir auch dieses natürliche Verhalten direkt in geeignete Bahnen und setzen einen sicheren Rahmen: Denn spätestens wenn die Zicklein zu Böcken mit Hörnern herangewachsen sind, kann das Schieben und Stoßen die Klient*innen ängstigen oder gar verletzen. Daher leite ich die Besucher*innen an, unsere Zicklein nur am Hals oder Rücken zu streicheln.

❌ Denn ein Anfassen an der Stirn könnten sie als Angriffssignal falsch verstehen und mit uns rangeln.

Im Vergleich zu den Lämmern ist die Ausbildung von fünf Ziegenjungen übrigens sehr herausfordernd. Dafür bin ich sicher, dass die gelehrigen Tiere die nächste „Ausbildungsphase“ – die sogenannte Habituation – leicht meistern.

Ziegen an Hilfsmittel gewöhnen: Erste Schritte der Habituation

Auf dem Weg zum tierischen Co-Therapeuten lernen die Zicklein aber noch viel mehr: Bei der Habituation macht die Bezugsperson die Tiere mit neuen Orten und Gegenständen vertraut. Behutsam führen wir unsere Zicklein an Situationen und Aktivitäten heran, die für sie später als tierische Co-Therapeuten zum Alltag gehören werden.

Da wir mit Menschen mit unterschiedlichen Handicaps arbeiten, sind dies bei uns Rollstühle, Rollatoren, Krücken sowie verschiedene Stütz- und Lagerungskissen.

Die ersten Tage legen wir die Hilfsmittel einfach nur in den Stall oder auf die Weide. So kann jedes Zicklein die fremden Gegenstände in seinem eigenen Tempo kennenlernen. Der forsche Theo traut sich meist als erster.

✅ Reagieren die Tiere nicht mehr darauf, haben sie sich erfolgreich an Rollstuhl und Co. gewöhnt. 

Positive Verknüpfung: Lagerungskissen und Streicheleinheiten

In den nächsten Tagen setze ich mich auf ein Lagerungskissen und streichle die Zicklein, wenn sie sich zu mir gesellen. Dadurch verknüpfen sie den Gegenstand (das Lagerungskissen) mit streichelnden Händen – also mit etwas Schönem.

Davon profitieren später insbesondere unsere immobilen Klient*innen: Die Ziegen kommen dann aus eigenem Antrieb zu ihnen und lassen sich streicheln.

Ziegen als Bewegungstrainer: Früh übt sich!

Zusätzlich gewöhnen wir unsere Zicklein auch an Hilfsmittel wie Geschirr und Halsbänder, damit wir unsere praktischen Übungen mit den Klient*innen später vielfältiger gestalten können.

Ziegen eignen sich wunderbar als Fitnesstrainer: Ruckzuck lassen sich die Tiere aktivieren, über Wippen oder Hängebrücken zu balancieren oder einen Parcours zu durchlaufen.

✅ Das motiviert Jung und Alt, sich zu bewegen – mit einem Lächeln im Gesicht und einem Zicklein an der Seite.

Teil 3: Weiterführende Ausbildung – Immer am Ball bleiben

In der Zwischenzeit sind unsere fünf Zicklein schon über acht Wochen alt.

Sie kommen auf Zuruf zu uns auf das Lagerungskissen und lieben es, dort gestreichelt zu werden. Auch das Geschirr können wir ihnen inzwischen wie selbstverständlich an- und ausziehen.

Die Zicklein lernen schnell, behalten jedoch ihren eigenen Kopf. Besonders übermütig oder aus unserer Sicht „schwer erziehbar“ ist Theo. Anstatt sich vorsichtig zu nähern, stürmt er herbei und beknabbert alles – Schuhe, Haare oder gar „Menschenfell“. Mitunter kann diese mündliche Kontaktaufnahme auch mal zwicken.

Deshalb müssen wir ihm immer wieder und konsequent klare Grenzen setzen – laut und deutlich „Nein“ sagen.

Eigenwilligkeit fordert – aber kann auch fördern

Was die Ziegen später in der tiergestützten Arbeit dürfen und was nicht, ist ein schmaler Grat. Gerade ihre Eigenwilligkeit macht sie oftmals zu guten Trainingspartnern für Menschen mit geringem Durchsetzungsvermögen.

Wenn Theo später als Ziegenbock zum Beispiel Schnürsenkel aufmacht oder andere unerwünschte Dinge tut, müssen die Klientinnen klar „Stopp“ oder „Nein“ sagen, um sich durchzusetzen. Besucher*innen, die selbst immer wieder Grenzen überschreiten, bekommen bei Ziegen ihr störendes Verhalten gespiegelt und können es reflektieren.

Daher erfordert Ziegenerziehung viel Fingerspitzengefühl – und hört niemals auf. Auch beim tiergestützten Setting mit Ziegen müssen wir immer wachsam bleiben.

Lernen, was wirklich wichtig ist

Das Training gelingt am besten, wenn wir den Tieren Dinge beibringen, die sie sowieso gerne lernen möchten. Das heißt:

Für den „Lehrplan“ berücksichtigen wir immer die Vorlieben der jeweiligen Tierart.

Unsere fünf Zicklein sind sehr bewegungsfreudig und lieben es zu klettern. Deshalb wollen wir ihnen in den nächsten Wochen beibringen, mit uns spazieren und durch verschiedene Kletterparcours zu gehen.

Dazu sollten sie wie Hunde leinenführig sein. Um das zu üben, leinen wir sie am Geschirr an und laufen mit ihnen:

❌ Geht das Zicklein weg, zieht es an der Leine.

✅ Bleibt es bei uns, bleibt auch die Leine locker.

Nach und nach lernen die Zicklein, im Gleichschritt mit uns zu gehen. So können wir später z. B. adipöse Klient*innen oder Menschen mit motorischen Beeinträchtigungen in Bewegung bringen – und ihnen schöne Erfolgserlebnisse ermöglichen.

Junge Ziege mit Führgeschirr und Leine steht auf der Wiese

Keine „Kunststücke“ für den Showeffekt

Wichtig ist uns, den Zicklein keine zirkusähnlichen Kunststücke beizubringen, sondern Dinge, die ihnen wirklich Freude bereiten.

„Tricks“ wie sich im Kreis drehen oder einen Knicks machen gehören nicht zu den Dingen, die unsere Zicklein lernen möchten.

Denn beim Lernen werden nicht nur Inhalte im Gehirn gespeichert, sondern auch die Gefühle, die während des Lernprozesses entstehen. Nur wenn unsere Zicklein sinnvoll angeleitet werden, die Aufgaben passend sind und wir sie nicht über- oder unterfordern, macht ihnen das Training Spaß – und das Lernen wird erfolgreich.

Lob statt Leckerlis

Übrigens: Wir kommen beim Training ohne Leckerlis aus. Auch bei der Kontaktaufnahme erhalten die Tiere kein Futter. Sonst besteht die Gefahr, dass die Tiere später nur zu den Klient*innen gehen, um sich Futter abzuholen und sich abwenden, wenn nichts da ist.

Stattdessen loben und streicheln wir unsere Tiere, wenn sie zu uns kommen.

Gerade bei der tiergestützten Arbeit brauchen wir Ziegen, die Spaß an den Interaktionen und Aufgaben mit uns und unseren Klient*innen haben.

Und natürlich dürfen auch wir selbst immer weiter dazu lernen…

Du möchtest das hautnah erleben?

Komm zu unserem nächsten Infotag auf dem Bauernhof! Alle Infos findest du hier:

Du möchtest tiergestützt arbeiten?

Damit tiergestützte Arbeit für alle Beteiligten sicher und sinnvoll ist, braucht es Fachwissen und Respekt für die Bedürfnisse von Mensch und Tier.

Unsere berufsbegleitende Weiterbildung ist genau darauf ausgerichtet, dir dieses umfangreiche Wissen und die praktische Erfahrung zu vermitteln. Sie unterstützt dich dabei, deinen eigenen Weg in der tiergestützten Arbeit zu finden und ein individuelles, wirkungsvolles Konzept mit Bauernhoftieren zu entwickeln – passend zu deinen Stärken und Zielen.